Der Süden von Italien als Vorbild

Wer als Tourist oder auch Einheimischer durch die Straßen von Bari, am südlichen Zipfel des Stiefellandes zieht und eine Rikscha sieht wird eines schnell feststellen. Die meisten dieser Rikschas haben eine kleine Tasche am Lenker. Doch was hat es damit auf sich?

Die kleine Tasche am Lenker als LebensRetter. – (c) Hannes1991

Was es mit der kleinen Tasche auf sich hat? Hinter der kleinen wasserabweisenden Tasche verbirgt sich ein Lebensretter. Ein sogenannter AED, „automated external defibrillator“. Also ein externer Defibrillator. Jeder wird aus den schlechten Spielfilmen diese zwei Bügeleisen kennen, die bei einem langen „Piiiiiiiepton“ aneinander gerieben werden, der Arzt ruft durch den Raum „360 … weg vom Bett“, setzt die zwei „Bügeleisen“ auf den Brustkorbs und setzt einen elektrischen Stoß frei. Einerseits eine Lüge, denn bei der Indikation, wie man sie aus dem Film kennt, einer langen geraden Linie im EKG, der sogenannten Asystolie, hilft kein Defibrillator. Dieser hilft nur dann, wenn ein Kammerflimmern, also eine unregelmäßige und nicht physiologische Herzaktivität besteht. Andererseits ist er ein kleiner Helfer mit enormen Potential. Ein AED kann leben retten. Leitet die Laienhelfer im Fall des Falles an und kann durch sein Einsetzen das Herz wieder in den physiologischen Rhythmus bringen.

Waren diese Kästen früher noch unerschwinglich, passen sie mittlerweile in einen Rucksack, fast in Handtaschen und sind vielerorts an öffentlichen Stellen zu finden. In öffentlichen Einrichtungen; Schulen, Banken, Bahnhöfen oder auch an anderen öffentlich zugänglichen Stellen. Neben der Größe hat sich auch der Preis für die Anschaffung deutlich verringert. Lagen die Preise vor gut zwanzig Jahren noch im fünfstelligen Bereich, sind die kleinen Lebensretter heute meist um einen niedrigen vierstelligen Betrag zu erwerben. Und haben dadurch bereits tausende Leben gerettet.

Auch wenn die kleinen Helfer in der Ersten Hilfe mittlerweile – je nach Ort – gut integriert und verfügbar sind, bleibt ein fundierter Erste-Hilfe-Kurs dennoch in regelmäßigen Abständen zu empfehlen und kann dazu beitragen, nicht nur das Leben von nahestehenden, geliebten Menschen aus der Familie zu retten, sondern geben mitunter auch die Möglichkeit einem fremden Menschen für ein zweites oder auch weiteres Leben zu verhelfen.

Für die Anfrage an „Erste-Hilfe-Kursen“, wendet man sich am Besten an die örtlichen Hilfsorganisationen. Meine Erfahrung, als Notfallsanitäter zeigen mir, dass in etwa 90 Prozent der kardiologischen Notfällen, der Einsatz eines AED‘s für und über das Weiterleben des Patienten entscheidend ist.

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