Heute Abend heißt es wieder „Petri heil“! Denn Rohstoff muss her. Am Samstagabend brauche ich knapp zehn Kilogramm Fisch.

Heute Abend und Nacht heißt es bei bestem Wetter „Material“ für das nächste Wochenende in die Kühlung zu bringen. Der Auftrag steht und ich zu meinem Versprechen, dass der Fisch vom Koch persönlich vom Meer auf den Teller gebracht wird. Meine Wohnung ist schon vorbereitet, die Schalen stehen bereit, die Kühlung ebenso und das Vakuumiergerät inklusive Verpackungstüten sind neu angeschafft.
Kein großer Fisch, den ich da an Land gezogen habe, nur auch kleine Aufträge machen Spaß und sorgen für Abwechslung. Erwartet werden in etwa, bei Italienern muss man da immer sehr vorsichtig sein (!!!), 11 Gäste. Nur ich kenne mich hier schon aus. Auf einmal steht die Nonna, also Oma, des einen oder anderen Gasts mit vor der Tür.
Mein geplantes Menü folgt später, wenn der Wobbler im Wasser ist und die Rute mal kurz ruht.
Bis dahin: Petri heil!
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NACHTRAG – 20.29 Uhr
Mittlerweile sind gut und gerne 20 Kilo im Fang. Petri heil.
Der Fang ist gut, dennoch sehr durchmischt. Ein Teil landet in der heimischen Kühltruhe. Dennoch, ich bin zufrieden, dass es diesen Fang gibt. So ist bislang die nächste Woche Safe.
Als Amuse-Gueule ist geplant: eine „nackte“ Paprika an leichtem Tomatenschaum mit feinen Rosmarin-Splittern und rosa Meersalz aus Spanien.
Vorspeise: Frühlingssuppe mit Fenchel, Reis, Zwiebeln, Pfeffer und Chili sowie einem Thymianbrot – geröstet – natürlich selbstgemacht.
Hauptgang: Fisch – je nach Fabgquote – gedünstetes Filet auf Kräutern, Zitrone und leichter Blutorange mit Meersalz und Himalayapfeffer sowie Kresse und Vogerlsalat an Erdäpfeln aus der Röhre mit Rosmarin und feinen Apfelstreifen.
(Es gibt zwei Röhren, dennoch könnte es eng werden. 😦 ).
Zwischengang aus einem – zum Kontrast und vom Gastgeber gewünscht – Camembert mit Kräuterfüllung und einem in Knoblauch-Butter angeröstetem Stück vom Baguette
Desert: ein Orangen-Mouse mit Vanille und leichter Note Pfeffer, vom schwarzen. Dazu ein Palatschinken-Gewürfel der Liebe mit leichten Heidelbeeren.
Ich muss es nicht lieben, zumindest nicht alles. Ich bin froh „nur“ der Koch zu sein und die Töne der Geschmacksknospen hoffentlich höher schlagen lassen zu dürfen. Ach so um’s Rohmittelproduzent bin ich mit meiner Fischereigenehmigung auch. Meine Küche wird morgen früh aussehen wie ein Schlachthof. 😀
… OK ist es ja dann auch. Mittlerweile noch zwei Bisse.
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NACHTRAG 22.29 Uhr
Heute meint es Petri gut mit mir. Der bislang gefangene Fisch umfängt insgesamt gut 30 Kilogramm. Jetzt schon ausgenommen. Es läuft. Nur ich sitze noch eine Stunde, in meiner Wohnung ist eh schon alles vorbereitet. Entschuppen geht so nebenbei und die paar Arbeiten, na ja. Kein Problem für nen Koch. Ich arbeite alles auf. Bis auf die Innereien, die gehen ins Meer für Raubfische und Seevögel. und der Überschuss geht fein säuberlich zu meiner Räucherfreundin.