Rückrufe von Lebensmitteln stehen ja fast an der Tagesordnung. Diesmal handelt es sich um „jungen Spinat“. Grund: es besteht die Gefahr dass Metallspäne im Produkt sind. Ein kurzer Kommentar.

Jeder wird den Comiccharakter Popei kennen. Er nimmt eine Dose Spinat zu sich und siehe da, er wird stark und kräftig. Spinat gilt allgemein als gesundes Gemüse und ist es tatsächlich auch. Als ich den Rückruf sah musste ich leicht schmunzeln und als Koch an das weitverbreitete Mythos denken: Spinat ist sehr eisenhaltig. Ironisch könnte man sagen, dass Metallspäne den Spinat zu sehr eisenhaltig machen und der Rückruf daher resultiert. Doch damit ist nicht zu spaßen. Zum Anderen möchte ich als Koch den Mythos einmal genauer beleuchten.
Spinat gehört zur Familie der sogenannten Fuchsschwanzgewächse, wozu etwa auch Rüben (namentlich als Beispiel die Rote Rüben, auch als Rote Bete bekannt) gehören. Die Pflanzenblätter sind gelb bis grün und erreichen eine Höhe von 50 cm, es gibt allerdings auch Arten, welche höher wachsen. Der Spinat in seiner Ursprungsform kommt aus dem asiatischen Raum, Schiffsfahrer brachten ihn allerdings in der Zeit der Antike mit in den europäischen Raum. Wo er seit dem kultiviert ist.
In der Küche findet man Spinat in verschiedenster Form wieder. Denn er passt je nach Gericht zu vielem. Egal ob zum Salat oder Gekocht mit Kartoffeln und Bratenfleisch. Gerade in der Herbst- und Winterzeit ist er perfekt. Schmackhaft angerichtet, mit verschiedenen Gewürzen kann er Universaltalent glänzen. Leider wissen nur die wenigsten darüber mehr.
Vielleicht folgt noch eine Kategorie mit Rezepten, dann wird es sicherlich das eine oder andere Rezept mit Spinat zu lesen geben. Hier nur mal mein Lieblingsgericht mit Spinat in der Schnellfassung:
Spinat mit Erdäpfeln und Rindfleisch
Dazu benötigt man (Mengen selbst wählen) natürlich Blattspinat, Erdäpfel (festkochend), Zwiebeln, Knoblauch, etwas Ingwer, Zitronen, reichlich Butter, Salz und Pfeffer, Zucker, Rindfleisch (eventuell auch schon vom Vortrag in Bratensauce).
Zur Zubereitung: die Spinatblätter von den groben Stängeln entfernen, gründlich abwaschen und anschließend in einem sauberen Küchentuch abtrocknen. Während dessen bereits in einem Topf entsprechender Größe Butter anschwitzen, bei mittlerer Flamme. Die Zwiebeln in Würfel schneiden und beigeben, dabei etwas Zucker über die Zwiebeln geben. Kurz gehen lassen, dann die Spinatblätter in den Topf geben, gut vermengen und dabei den in Scheiben geschnittenen Knoblauch beimengen. Wichtig: der Knoblauch soll den Geschmack nicht übertönen! Nochmals eine kräftige Flocke Butter in den Topf geben. Deckel drauf und für bei mittlerer Flamme für fünf bis acht Minuten gehen lassen. Während dessen sollten die Kartoffeln auch schon vor sich hin brodeln und das Bratenfleisch in der Röhre erwärmt werden. Wenn der Spinat etwa sechs Minuten gezogen hat Salz und Pfeffer hinzu geben, gut durchmengen und nochmals eine Flocke Butter in den Topf geben, einen Schuss (wenn möglich) Fond oder Wasser beigeben und nochmals gut drei bis vier Minuten gehen lassen. Anrichten und fertig. Buon Appetito. Ich hatte vergessen zu verwöhnen, ob man die Kartoffeln als Ofenkartoffeln, Salzkartoffeln, in Scheiben, Hälften, im Ganzen oder als Würfel mag … sollte wohl jeder selbst am besten wissen. Bei den Zeitangaben bitte nicht auf die Sekunde schauen, ich als Koch gehe eher nach Gefühl. Und ja, wer mag kann den Spinat natürlich auch nach dem Köcheln blanchieren.
Nun aber zu dem eingangs erwähnten Mythos. Im Volksmund wird bekanntermaßen gesagt, dass Spinat sehr eisenhaltig ist. Richtig ist, dass Spinat Eisen enthält. Allerdings nicht in dem Maße, wie oft gesagt. Spinat enthält, ja die Menge musste ich jetzt auch nochmal nachschlagen, etwa 3,0 bis 3,5 Milligramm Eisen pro 100 Gramm frischem Spinat. Der tief in den Köpfen verankerte Trugschluss stammt aus dem Zeitraum 1889/1890, als Gustav von Bunge, den Nährwert von Spinat näher untersuchte. Der Physiologe kam zu dem Schluss, dass der Eisengehalt bei 35 Milligramm auf 109 Gramm Spinat läge. Was allerdings nicht beachten wird, dass der fleißige Physiologe damals getrockneten Spinat untersuchte und nicht frischen.
Daher immer die alte Weisheit beachten: glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast!