Schreiben kann doch jeder. Also ist das doch mehr ein finanziertes Hobby. Denkste. Journalismus und der Beruf des Journalisten sieht erstmal einfach aus, doch was hinter einem Artikel steckt, Das sieht niemand.

Es sieht so einfach aus. Schlägt man die Tageszeitung auf oder öffnet sie Newsapp auf dem Smartphone kommen einem zahlreiche Artikel entgegen geflogen. Eine Arbeit, die scheinbar einfach ist erfordert dennoch einiges an KnowHow. Ein Artikel, der eine vernünftige und hochwertige Nachricht oder Information transportieren und dem Leser liefern soll, ist nicht mal eben mit KI geschrieben.
Für einen hochwertigen Artikel bedarf es einer ausgiebigen Recherchearbeit. Manchmal, je nach Themengebiet Beziehungen, einem Netzwerk. Verschiedene Informationsquellen sind ebenfalls eine wichtige Basis und nicht zu letzt gute grammatische Kenntnisse sowie eine fundierte, sehr gute Rechtschreibung. Je nach Schwerpunkt der journalistischen Tätigkeit sind Vorkenntnisse ebenfalls nicht verkehrt.

Die wesentliche Grundlage bietet stets eine Information. Sei es dabei ein Verkehrsunfall, der Sieg einer Sportmannschaft oder aber das Volksfest. Hat man erst einmal das Thema gefunden geht es an die wahre Arbeit. Nämlich das täglich Brot des Journalisten: Recherche. Es gilt Hintergründe und tiefergehende Informationen zu finden. Mit diesen kann man schlussendlich den Artikel füllen und für den Leser interessant machen. Umso mehr Informationen und Details in dem Artikel für den Leser präsentiert werden, desto besser fühlt er sich versorgt.
Es ist ein klarer Unterschied, ob man schreibt:
„Auf Haiti fand das alljährliche Schützenfest statt
Prinz Peter-Klaus der zweite wurde Schützenkönig“
… oder, ob der Artikel – als Beispiel nur in Kurzfassung – wie folgt beginnt
„Auf Haiti war das Schützenfest vergangenes Wochenende das alljährliche Highlight
Mit etwa 3600 gespannten und durchaus angeheizten Gästen gab es für die 234 Schützen ein durchaus prickelndes Publikum, welches das Königsschießen im Ort Tumbatumba wieder einmal zu dem Höhepunkt des Jahres machte. Nach zahlreichen Fehlversuchen gelang es dennoch Prinz Peter-Klaus …“
Dies nur als eine Gegenüberstellung. Es gilt Spannung und Interesse an dem jeweiligen Bericht zu wecken. Das bedeutet, man benötigt ein gewisses Fingerspitzengefühl. Der Leser muss in den ersten fünf Sätzen ein Interesse spüren über das Thema, ja den Artikel, lesen zu wollen. Ohne diese Glut im Interesse schweift der Leser ab und geht zum nächsten über. Es gilt also auch den Köder passend auszuwerfen, um den „Fisch“ an die Schnur zu bekommen.
Doch dann sollte man nicht vergessen, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der Journalisten freiberuflich tätig sind. Sowohl für Print- und Onlinemedien, Rundfunk aber auch beim Fernseh. Dies bedeutet, dass man seine Werke auch noch gut vermarkten muss. Die Redakteure beziehungsweise Chefredakteure können dabei teilweise sehr wählerisch sein. Für Fotojournalisten ist es beispielsweise besonders schwer. Wer in dieser Branche tätig ist, muss 24/7 knallhart arbeiten. Gerade seit dem die Technologie so weit fortgeschritten ist, dass es für ein zeitungsreifes Foto nur noch das Smartphone bedarf, welches jung bis alt mittlerweile ständig griffbereit haben. So verdient ein Fotojournalist pro Bild teilweise gerade einmal 15 Euro. Bei besonderen Highlights auch bis zu 100 Euro oder auch mal mehr, was allerdings definitiv nicht an der Tagesordnung ist.
Auch im Sektor Film, also Fernseh, sieht es nicht wesentlich besser aus. Nur als Beispiel kann ich an dieser Stelle meinen langjährigen Freund Marcel Anderwert vom Schweizer Fernseh nennen, der teilweise als Pionier beschrieben wird. Er macht seine Beiträge und oftmals auch Liveübertragungen in Form einer One-Man-Show. Mit Handy, Stativ und Ohr-„Stöpseln“ ausgerüstet bedarf er keinem Tontechniker und Kameramann mehr. Dies macht die alten Hasen, die noch mit der Schulterkamera durch‘s Feld gerannt sind teilweise wütend, allerdings zugleich auch Nutz- und arbeitslos.
Journalismus bedeutet also nicht mal einfach so einen Beitrag machen oder schreiben, es steckt eine teilweise harte Arbeit aus, auf einem Markt, der stark umworben und ebenfalls ständig im Wandel der Zeit steht.