Schon lang kein Radio mehr gehört?

Radio war vor Spotify, YouTube und Fernseh für jedermann die Informationsquelle und Unterhaltung Nummer eins. Zu Zeiten des Krieges ständig wichtig für Neuigkeiten von der Front, auch wenn es gezielte Falschmeldungen gab. Heute ist der „Internationale Tag des Radios“. Einige Gedanken dazu.

Bildquelle: Sumicorp

Früher war das Radio noch ein wichtiger Begleiter. Etwa beim Autofahren oder während der Arbeit, allerdings auch im Haushalt oder am Abend zur kulturellen Unterhaltung. Heute hat Spotify etwa beim Autofahren oder die Playlist bei anderen Anbietern diese Funktion eingenommen. Längst ist man nicht mehr auf Staumeldungen angewiesen. Das integrierte Navigationssystem, übernimmt dies automatisch und gibt entsprechende Warnmeldungen inklusive Ausweichstrecken ohne danach gefragt zu werden.

Auch die kulturelle Unterhaltung wurde unlängst von Onlineangeboten abgenommen. Etwa AmazonPrime oder Netflix. Seit dem so gut wie jeder Haushalt Zugang zum Internet hat, ist am Abend eher angesagt „in die Röhre zu klotzen“, als sich der netten Stimme aus dem Radio hinzugeben. Gleichermaßen verlor das Radio an Zuwendung, als Fernseher für jedermann erschwinglich und erhältlich wurden.

Doch das Radio hat, zum Glück, immer noch ausreichend Zustimmung und Zuwender. Ich habe nachgefragt. Bei einer Onlineumfrage stellte sich heraus, dass im deutschsprachigem Raum – also Österreich, Deutschland und der Schweiz – immer noch knappe 83 Prozent der Teilnehmer täglich das Radio einschalten. Bei einer leider sehr niedrigen Teilnehmerquote von nur 1’292 Personen nicht tatsächlich relevant, dennoch ein Anhaltepunkt. Von den Teilnehmern gaben im Zuge der Umfrage 61,8 Prozent an, dass sie regelmäßige Sendungen hören, Kolumnen folgen würden und zeitgleich 57,2 Prozent der männlichen Teilnehmer stimmten mit Ja dafür am Wochenende die Sportnews via Radio zu verfolgen. Auch fragte ich, mit der Möglichkeit mehrfach zu antworten, wo am liebsten beziehungsweise meisten Radio gehört wird. Erstaunlicherweise kamen doch die meisten Stimmen für „beim Autofahren“ und „in der Freizeit, beispielsweise im Schrebergarten“.

Es ist eine lange und teilweise harte Arbeit Radio „zu machen“. Es braucht ständig neue Themen, um die Zuhörer zu locken und zu halten. Kolumnen in regelmäßigen Perioden, die den Hörer zum regelmäßigen Einschalten bringen. Egal ob die Politsendung am Mittwochabend, die Kochkolumne am Samstagmorgen oder die Sportnews verschiedener Ligen oder Vereine am Samstagnachmittag. Ich habe selbst vor vielen Jahren erleben und erfahren dürfen, was diese Arbeit für eine Arbeit macht und was es bedeutet. Redakteure, Journalisten, Techniker und viele mehr stehen hinter und für für ein abgerundetes Programm, stets auf der Suche nach Neuigkeiten und Schlagzeilen, regional, national als auch international.

An alle Radiomacher und Beteiligten: Danke! Ich höre immer noch gerne Radio, anstatt Spotify-Podcasts zu hören oder YouTube-Videos zu sehen.

Links zum Thema:

• Internationaler Tag des Radios (UNESCO, 36C/RES.63)

https://www.un.org/en/observances/radio-dayhttps://www.unesco.org/en/days/world-radio

https://www.unesco.org/en/days/world-radiohttps://www.unesco.org/en/days/world-radio

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