Wenn die mitteleuropäische Politik versagt und die osteuropäische Wirtschaft dadurch stärkt

Nicht nur die Rückanhebung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, auch die allgemeinen Kosten für Betriebe im deutschsprachigem Raum steigen. Die Auswirkung? Eine Abwanderung von Unternehmen in den osteuropäischen Raum.

Good bye“ – Quelle: i0.wp.com

Aufgrund der angespannten politischen Lage weltweit steigen die Preise auch für Unternehmen etwa in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Auch im Hinblick auf die im Jänner stagnierte Inflationsrate gibt dies keinen Grund für Entspannung in der Wirtschaft. Der weiterhin kontinuierliche Leitzins der EZB (kurz für Europäische Zentral Bank) bewegt immer mehr Unternehmen ihre Produktion in osteuropäische Länder zu verlegen. Sowohl Unterhaltungs-, als auch Personalkosten sind dort um einen hohen prozentualen Teil niedriger, als im deutschsprachigem Raum. Kosten, die man gerne einspart und anderweitig umsetzt.

Die Wirtschaftswunderzeit ist insbesondere in der ehemaligen Wunderwelt Deutschland längst nur mehr Geschichte. Eine Insolvenzmeldung folgt der Anderen. Welch ein Wunder also, dass Unternehmen nach konstruktiven und lukrativeren Alternativen suchen. Damit einhergehend sind Abwanderungen beispielsweise nach Polen, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei oder Slowenien. Auch wenn die Umsatzsteuern in diesen Ländern auf den ersten Blick gleich, beziehungsweise teilweise höher ausfallen, sind die Kosten etwa für Personal und Rohstoffe auf einem wesentlich niedrigerem Niveau. Somit rechnet sich die Standortverlegung um einiges. Schon vor Jahren hatte ich einen Freund, der für Mercedes arbeitete. Dieser berichtete mir oft über die Werke, in China, welche er besuchte, die für Mercedes produzieren. Deutschland als Industrienation ist für immer mehr, mittelständische Unternehmen wie auch größere Unternehmen und Konzerne, aus betriebswirtschaftlichen Gründen uninteressant und unlukrativ.

Nicht zu letzt dank Dierdorf gefahrenen Politik. Und der geltenden Gesetze und Regelungen. Doch gibt es einen Ausweg? Ja, den gäbe es. Nur die Politik scheut sich vor diesem Weg. Beispielsweise, eine Subventionierung, Steuererleichterungen und nicht, wie es so einfach erscheint Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis zu locken und zu binden. Nur dies ist einfach. Einfacher als „normale“ Stellen zu schaffen und aufzubauen, zu fördern. Wer sich heute bei einem Betrieb bewirbt wird zuerst nach Flexibilität gefragt, dem folgt die Frage, ob man sich vorstellen könnte, dieser Tätigkeit auf Minijobbasis nachzugehen.

Eine Abwanderung von Betrieben ist nicht nur für die Bevölkerung zum Nachteil, auch für die allgemeine Wirtschaft und den Finanzhaushalt. Fehlende Steuereinnahmen haben weitreichende Lücken zur Folge, was wiederum zu Defiziten im Haushalt und in Haushaltsplänen führt. Doch anstatt Unternehmen zu erleichtern, schwört man auf eine Politik, die Betriebe und Konzerne zum Abwandern bewegt. Eine Ambivalenz, die nur eines hervorrufen kann: Kopfschütteln.

Insbesondere die deutsche Politik stärkt mit ihrem Handeln und Vorgehen die osteuropäischen Länder, zumal deutsche Firmen nicht mehr nur auf „Made in Germany“ setzen und unlängst erkannt haben, dass es weitaus lukrativere Produktionsstandorte gibt.

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