Gastfreundschaft … so sieht es aus!

Wer hat sich schon einmal über das Wort „Gasthaus“ Gedanken gemacht? Es ist ein Haus für Gäste und somit auch ein Symbol für offene Türen und Gastfreundschaft. Jüngst hat die DeHoGa sowie der NGG nach dem geheimen Treffen der AfD im vergangenen Jahr klare Stellung bezogen. Ein Kommentar.

Screenshot „DeHoGa

Wer in ein Gasthaus geht, will sich Vergnügen. Eventuell ein Fest feiern, mit Freunden und Familie in gemütlicher Runde zusammen sitzen oder aber auch nur mal in einem netten Ambiente den Abend genießen und ausklingen lassen. Und das unabhängig von Religion, Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung, …! Für mich sollte an jeder Eingangstür ein Schild deutlich sichtbar und erkenntlich sein, als Fluchtweg. Als „Ort des Schutz und der Sicherheit“, bei feindlichen Angriffen jeglicher Form. Zum Glück leben wir in einer Gesellschaft des Respekts und der wertschätzenden und annehmenden Umgangsformen. Unter anderem hat der DeHoGa (Deutscher Hotellerie- und Gaststättenverband) dazu ebenfalls eine klare Stellungnahme ausgesendet, in der es unter anderem heißt:

» […] wendet sich gegen jedwede Positionen und Aktivitäten, die sich gegen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung richten. Das Gastgewerbe in Deutschland steht für Gastfreundschaft, Toleranz und Vielfalt. […] «

DeHoGa

Weiter heißt es:

» […] verurteilt Gewalt, Hass, Hetze und Diskriminierung in jeglicher Form sowie sämtliche politischen Aktivitäten, die sich gegen unsere tolerante, vielfältige und offene Gesellschaft oder gegen unsere Grundrechte wenden. […] «

DeHoGa

Ein dickes Daumen-hoch für diese Stellungnahme.

Eine klare Stellungnahme der DeHoGa, doch auch die NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten), mit Sitz in Hamburg stellt sich klar auf.

Screenshot NGG

» […] Die bestürzenden Enthüllungen zu einem geheimen Treffen von Rechtsextremen und AfD-Politikern, bei dem Pläne zur Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland diskutiert wurden, erinnern an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. […] «

NGG

Weiter heißt es in der Veröffentlichung:

» […] Wir rufen […] dazu auf, gegen rechte Hetze und braunes Gedankengut auf die Straße zu gehen und ein deutliches Zeichen zu setzen […] Die Hetze gegen Menschen mit Migrationsgeschichte und den Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten, werden wir nicht hinnehmen. Deswegen gehen wir auf die Straße und setzen ein Zeichen. […] «

NGG

Die DeHoGa schreibt auch, vollkommen zu recht, folgende Worte in ihrem Statement:

» […] Kaum eine Branche ist internationaler als das Gastgewerbe. […] Das Gastgewerbe hat den höchsten Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit ausländischer Staatsangehörigkeit und leistet damit einen ganz wertvollen Beitrag für die Einbeziehung und Teilhabe von Menschen aus aller Welt. […] «

DeHoGa

Grund für diese Aussendungen ist ein jüngst bekannt gewordenes Treffen von AfD-Politikern, Mitgliedern und Personen aus der rechtsextremistischen Szene welches im letzten Quartal des vergangenen Jahres in Potsdam statt gefunden hat.

Screenshot RBB24

In einem Beitrag von RBB24 (Rundfunk Berlin Brandenburg), vom 11. Jänner diesen Jahres heißt es dazu:

» […] Ein Treffen von Rechtsextremen und AfD-Politikern, bei dem Pläne zur Ausweisung von Millionen von Menschen geschmiedet worden sein sollen, hat massive Kritik ausgelöst. Ein Politikforscher warnt vor Gefahren für die Demokratie. […] ein Treffen von hochrangigen AfD-Politikern, unter anderem aus Brandenburg, Neonazis und spendenwilligen Unternehmern Ende November veröffentlicht. Dem Bericht zufolge wurde dort ein Plan zur Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland vorgestellt und von den Teilnehmern unterstützt. Danach sollen nach dem Willen der Rechtsradikalen nicht nur Menschen ohne deutschen Pass das Land verlassen müssen, sondern auch deutsche Staatsbürger mit internationalen Wurzeln, die ihnen nicht passen. […] «

RBB24

Bekannt geworden war das Geheimtreffen unter anderem dank der guten Arbeit und Recherche der Recherche-Plattform Correctiv. Diese muss sich allerdings im Zuge der Veröffentlichungen selbst Angriffen stellen. So heißt es auf der Website von Correctiv:

» […] Eine Woche nach Veröffentlichung […] nehmen Hasskommentare und auch Drohungen gegen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CORRECTIV zu. […] Unter der Überschrift „Das Innenleben von CORRECTIV“ schreibt die AfD, „Schmutzwerfer und linke Extremisten, die unter dem Deckmantel des Journalismus ihre Propaganda verbreiten, müssen in ihre Schranken gewiesen werden!“ […] «

Correctiv

Ein klares Zeichen für eine Intelligenzallergie seitens der AfD! Wie kann man nur so armselig schreiben? Ein Zeichen, dass man sich klar ertappt fühlt.

Besucht man die Seite der AfD kommt als „Willkommen“ direkt der folgende Aufruf:

Screenshot AfD

Nach dem Treffen in Potsdam und auch schon vorher sowie der Äußerungen gegenüber CORRECTIV, gibt es für mich hier nur eine Vermutung, dass potentielle Organspender gesucht werden, die Gehirn spenden.

Screenshot meiner Emailanfrage an die AfD
Screenshot der Antwort auf meine Anfrage.

Erstaunlich ist, dass zwischen Anfrage und Antwort lediglich drei Minuten für folgende Antwort nötig waren:

» […] vielen Dank für Ihre Nachricht an die Alternative für Deutschland.

In den vergangenen Jahren haben wir eine Reihe von Erfolgen verzeichnen können, nicht nur bei Wahlen, sondern auch in der Politik vor Ort. Die AfD wirkt. Unsere Partei lebt von der Unterstützung durch die Bürger.

Correctiv konstruiert einen Skandal, wo keiner ist.
Wir stehen zu unseren von den Mitgliedern beschlossenen Wahlprogrammen und zu unserer Erklärung zum deutschen Staatsvolk (https://www.afd.de/staatsvolk/).
Der eigentliche Skandal ist, dass fast alle Medien dieses Märchen unreflektiert kopiert haben. Und immer noch wird es wiederholt, obwohl bereits Correctiv selbst seine Aussagen mehrfach nachträglich geändert hat und damit klar ist, dass sie keine Beweise haben.

Journalisten, welche selbst nachforschten, kamen damals bereits zu einem völlig anderen Ergebnis. („Correctiv“, die AfD und das Haus am See – Wie war es wirklich? (jungefreiheit.de); Angeblicher Geheimplan gegen Deutschland – Der Wannsee-Scoop, der keiner ist | Cicero Online). Der Jurist Prof. Ulrich Vosgerau (CDU) war ebenfalls bei dem Treffen in Potsdam und hat bei Kontrafunk die Geschichte richtiggestellt. (KONTRAFUNK – Die Sonntagsrunde mit Burkhard Müller-Ullrich: Die Sprossenfensterreporter) Unsere Parteivorsitzende Frau Dr. Weidel hat auch bereits eine Presseerklärung abgegeben, zu finden unter (44) Wir erleben einen ungeheuerlichen Politik- und Medienskandal! – AfD-Fraktion im Bundestag – YouTube.
[…] «

Ausschnitt der Stellungnahme seitens der AfD gegenüber mir.

Ebenso äußert sich die AfD in der Email wie folgt:

» […] Genau wie die SPD, oder die CDU/CSU […] diskutiert die AfD auch nur über den Entzug des deutschen Passes bei Doppelstaatlern, wenn das Bekenntnis zur unserer freiheitlichen und demokratischen Verfassung nicht erkennbar ist.

Jeder Mensch mit mehreren Staatsbürgerschaften, der gesetzestreu in Deutschland lebt und mit ehrlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreitet, stellt natürlich für uns kein Problem dar. […] «

Ausschnitt der Stellungnahme seitens der AfD gegenüber mir.

Die Alternative für Deutschland stellt sich damit hinter Namen aus und von anderen Parteien. Ein Selbstschutz? Man nennt Namen von Politikern, um zu zeigen, dass es sich hier um eine „normale“, im doppelten Sinne „rechtskonforme“, Versammlung gehandelt habe. Neben Prof. Ulrich Vosgerau fallen auch Namen weiterer Politiker, wie etwa Alexander von Bismarck, seines Namens einstiger CDU-Politiker und Oberbürgermeister von Insel.

Auf meine Anfrage an Herrn Vosgerau folgte lediglich eine Reaktion mit Gegenfragen.

Screenshot meiner Anfrage gegenüber Herrn Vosgerau.
Screenshot der Antwort / Reaktion von Herr Vosgerau… basierend auf Fragen ohne Antwort / Stellungnahme.

Dennoch kam man bei Recherchen schnell auf Herrn von Bismarck stoßen. So zum Beispiel wie folgt:

» […] Alexander von Bismarck aus Döbbelin hat an dem Treffen Rechter und Rechtsradikaler im November in Potsdam teilgenommen. Von den anderen Teilnehmern und Inhalten habe er jedoch im Vorfeld nichts gewusst, sagt er. […] Als sich im November 2023 Rechtsextremisten, AfD-Politiker und Unternehmer in einer Villa bei Potsdam treffen, um über Vertreibungspläne für Millionen Menschen aus Deutschland zu sprechen, ist unter den Anwesenden auch ein früherer CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt mit klangvollem Namen: Alexander von Bismarck, einst Mitglied im Stendaler Stadtrat und bis 2012 Bürgermeister im Stendaler Ortsteil Insel. […] «

Quelle: MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) Sachsen-Anhaltin einem Beitrag vom 2. Februar diesen Jahres

Auch heißt es in dem Beitrag des MDR:, was mir stark zum Nachdenken gibt:

» […] Zu seiner Zeit als Ortsbürgermeister von Insel war von Bismarck in Zusammenhang mit Protesten in die bundesweiten Schlagzeilen geraten. In Insel kam es ab 2011 zu monatelangen Protesten, weil sich in dem Stendaler Ortsteil zwei aus der Sicherungsverwahrung entlassene Sexualstraftäter niedergelassen hatten. Von Bismarck stellte sich an die Spitze der Demonstrationen, bei denen auch Rechtsextreme beteiligt waren. Filmaufnahmen von damals zeigen, wie von Bismarck einen der rechten Rädelsführer per Handschlag begrüßt. […] «

Quelle: MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) Sachsen-Anhaltin einem Beitrag vom 2. Februar diesen Jahres

Also, dass der gute Herr von Bismarck nichts gewusst habe erscheint mehr als unglaubwürdig. Wer fährt zu einer Versammlung mit unbekanntem Inhalt. Und eines sei auch klar, er ist zwar ein „Ex-Politiker“, dennoch immer noch stark mit selbiger verbunden. Nicht zuletzt durch seinen YouTube-Kanal und Sympathie für Sarah Wagenknecht.

Screenshot – YouTube – Header des Profils von Alexander von Bismarck

Allein beim Betrachten des Headers kommen in mir Vermutungen auf. Die gewählte Buchstaben entsprechen eher Runen, welche eher an die Rechte Szene erinnern und denken lassen.

Freundlicherweise hat mir die AfD zeitgleich mit der Email (Copy/Paste) auch gleich das Parteiprogramm mitgesendet sowie ein sieben-Punkte-Programm der Partei zur „Remigration“. Warum nicht auch noch gleich einen Mitgliedsantrag via PDF. Da wird doch jede Sau im Kuhstall verrückt. Das „Remigrations-Programm“ sieht wie folgt aus:

Die Schrift zu den Vorstellungen der „Remigration“ passt auf eine DIN-A4-Seite
Die Punkte im Detail. Screenshoot des Dokuments. – Quelle: AfD
Die Punkte im Detail. Screenshoot des Dokuments. – Quelle: AfD

Brisant wird die ganze Verstrickung der AfD, wenn man nun auch noch den Meldungen von Mitte letzten Jahres Glauben schenkt, nach denen die AfD einen Verein unter dem Namen „Migrationshintergrund für Deutschland“ gegründet hat.

Screenshot von CICERO

So wurde im Juni des vergangenen Jahres unter der Leitung des hessischen AfD-Landtagsabgeordneten Robert Lambrou der Verein gegründet. Doch was steckt dahinter? Schließlich war, ist und bleibt die AfD mit ihrem Parteiprogramm klar rechtspolitisch orientiert sowie gegen Menschen mit Migrationshintergrund gerichtet. Ist in dieser Maßnahme gewissermaßen ein Versuch zu sehen, der das Rind freiwillig zu seinem eigenen Schlachter rennen bewegt?

MEIN STATEMENT:

Hijab willkommen, Hakenkreuze, braune Suppe md brauner Abscheu age!!! – (c) Hannes1991

Ich verachte und verurteile ebenso jegliche Verurteilung von Religionen, Herkünften, sexueller Orientierung, Bildungsstand, …! Es ist ein wunderbares Zeichen, dass wir in einer Freiheit leben. Nicht wie zu Zeiten des NS oder wie zu Zeiten der DDR, als ein Leben von Unterdrückung und Verurteilung von Minderheiten an der Tagesordnung stand und eine Art Normalität darstellte. Zum Glück! Der Großteil der Bevölkerung hat zum Glück aus der Vergangenheit gelernt. Allerdings noch längst nicht alle. Man schaue nur auf die politische Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ (AfD), von welcher auch ich mich sehr gerne weit entferne. Und ja im Gegenteil: mir wären in meinem Restaurant Gäste mit Migrationshintergrund und jeglicher Hautfarbe, jeglicher sexueller Orientierung lieber gesehen und willkommener, als Mitglieder und „Anhänger“ beziehungsweise Befürworter der AfD, rechtspolitisch orientierten Szene (…)! Denn diese Bilder definitiv keine Alternative. Es sind eher „alte sehr naive ’fon’ Deutschland“ in meinen Augen! Lieber bunt statt braun. Lieber Hijab, als Hakenkreuz!!! Braunes Gesöcks, schleicht‘s euch!!!

Und ja, ich stehe ebenso für und zu einhundert Prozent hinter den Worten der DeHoGa:

» […] Die Hoteliers und Gastronomen in Deutschland verstehen sich als Gastgeber für alle – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder religiöser Zugehörigkeit. Gastfreundschaft ist unsere Berufung. Wir verurteilen ausländerfeindliches, rassistisches oder antisemitisches Gedankengut. […] «

DeHoGa

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die DeHoGa wie auch an die NGG, für diese klaren und deutlichen Veröffentlichungen!

Als Anmerkung: ich verlinke gerne Quellen und verschiedene mir als politisch und ethisch vertretbare Websites von Organisation, Unternehmen oder relevanten Inhalten. Der Grund warum ich die AfD nicht verlinke ist, dass ich mich klar, deutlich und ohne Missverständnisse gegen deren Ideologie und deren Gedankengut stelle. Mit jeder Verlinkung steigt die Trefferquote der verlinkten Homepage in einschlägigen Suchmaschinen, was ich hinsichtlich der offensichtlichen rechtsorientiertem parteilichen Ideologie weder unterstützen mag und aus ethischen Gründen nicht kann.

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