Ein Unternehmen, welches vor zehn Jahren noch als glaubwürdig auf dem damals noch recht jungen Markt der E-Fahrzeuge stand, neben Toyota, schaut nun – auf gut deutsch – in die Röhre. Doch was steckt dahinter?
Ein Beitrag zu Verlusten von TESLA.

TESLA war lange Zeit mit innovativen und souveränen Ideen und Entwicklungen auf dem, scheinbar, richtigen Weg. Doch auch bei TESLA bröselt es. Einnahmebußen, rückläufige Verkaufszahlen bei steigenden Investitionen und ebenfalls steigenden Produktionskosten. Nur einige Gründe, warum es auch bei TESLA stark hinkt. Doch was genau steckt hinter diesem ganzen Konstrukt von Rückzügen.

Vor kurzem hatten bereits die beiden wohl bekanntesten Autovermieter im deutschsprachigen Raum, SIXT und Hertz, bekannt gegeben, sich von TESLA-Modellen zu trennen. Bislang waren gerade die Modelle laut verschiedenen Berichten sehr gefragt, beispielsweise um eine Art längere Probefahrt oder einen Test ohne Einschränkungen, etwa hinsichtlich der Reichweite, haben zu können.
So teilte das Münchner Unternehmen Ende vergangenen Jahres in einer Mail mit:
» … Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir derzeit keine weiteren Tesla-Fahrzeuge anschaffen. Darüber hinaus bauen wir unseren Bestand an Tesla-Fahrzeugen in unserer Mietwagen-Aboflotte aktuell ab. … «
Mail von SIXT
Die mir im vollständig vorliegende Mail von SIXT an seine Kunden:

Wie viele Fahrzeuge SIXT damit vom US-Unternehmen TESLA aus der Fahrzeugflotte abstößt wollte das Unternehmen auf meine Nachfrage nicht genau beziffern. Im Gegensatz dazu liegen mir etwaige Zahlen von Hertz, dem US-Mitbewerber im Sektor der Autovermietung, der seine TESLA-Flotte mit knappen 110‘000 Fahrzeugen beziffert. Ein wesentlicher betriebswirtschaftlicher Faktor beiderseits.
Ein schwerer Schlag. Zumal eine Unzahl an Fahrzeugen aus dem Hause TESLA im Eigentum der Unternehmen war. Nun teilte auch die Unternehmensführung von SAP mit, sich von der Dienstwagenflotte von TESLA zu trennen.
SAP ist im Gegensatz zu SIXT und Hertz kein Autovermieter, im Gegenteil. SAP ist ein weltweit aktiver Softwarekonzern, welcher in der Firmenflotte beinahe 30‘000 Fahrzeuge aus dem Hause TESLA führt. Also eine nicht unerhebliche Summe und mit dieser Zahl ein wichtiger Kunde für TESLA. Bis jetzt. Ein Schritt, welcher TESLA schwer treffen dürfte, zumal ein weiterer Großkunde „flöten geht“.
Doch wer kennt die Hintergründe? Es ist ausnahmsweise kein Boykott. Nein im Gegenteil ein sehr gut nachvollziehbarer wirtschaftlicher Aspekt, ein Grab, welches sich TESLA selbst geschaufelt hat. Bereits vor über einem Jahr hatte ich – noch im alten Weblog – davor gewarnt. TESLA sollte man nicht zu sehr vertrauen und mit Behagen gegenüber treten. Damals hagelte es massenweise Kritik. Damals sah niemand der Realität ins Auge. Doch genau diese Prognose ist Realität geworden. Nach rückhaltendem Kaufverhalten und rückläufigen wirtschaftlichen Umsätzen hat TESLA im Jahr 2023 die Verkaufspreise, teilweise massiv, nach unten korrigiert. Grund dafür: um die Verkaufszahl und Attraktivität der Automobile zu erhöhen und die Einnahmeeinbußen zu relativieren. Klingt auf den ersten Blick für den Privatkunden, der sich jetzt einen TESLA kaufen möchte doch gar nicht so schlecht. Denkt man. Für Kunden, die sich allerdings beispielsweise im Jahr 2022 oder Anfang 2023 einen TESLA gekauft haben, heißt dies einen erheblichen finanziellen Verlust.
Doch nicht nur dies ist ein Verlust. Auch menschlich, humanitär, gesehen geht bei der Produktion einiges „drauf“. Dazu äußert sich auch die WiWo, auf Instagram wie folgt:

» […] Es ist eine apokalyptische Szene, als tue sich mitten im Paradies die Hölle auf: Eine Frau mit rosa Kopftuch stakst umgeben von toxischen Rauschwaden durch einen Haufen brennenden Mülls. Sie lächelt durch eine klaffende Zahnlücke. […] Als westlicher Besucher möchte man dem Elend ein Ende bereiten, oder zumindest einen Schuldigen finden: das chinesische Unternehmen zum Beispiel, das hier Nickel verarbeitet. […] «
WirtschaftsWoche auf Instagram
Mal in Zahlen beschrieben und etwas einfacher verständlich gemacht: hat man im Jänner 2023 einen Neuwagen der Firma TESLA um beispielsweise 100‘000 Euro erworben hatte man eine tolle Investition. Zu diesem Zeitpunkt veräußerte TESLA 50‘000 Fahrzeuge dieses Models pro Monat. Im März waren es nur noch 40‘000 Fahrzeuge des gleichen Models, so führte TESLA als „Auffangstrategie“, oder wie man auch sagt „Rücklauf-Preis-Anpassung“ einen niedrigeren Neupreis des Models ein. Ab April war der Wagen also um nur noch 90‘000 Euro zu haben. Weiterhin liefen die Zahlen in Richtung roten Bereich, waren also rückläufig, woraufhin man also beschloss die Kosten für den Neuwagen auf 80‘000 Euro zu senken, im November beschloss man den Neupreis auf 70‘000 Euro zu senken. Wie erwähnt, es handelt sich nur um fiktive Zahlen! Innerhalb eines Jahres verliert also der Wert für einen Neuwagen um 30‘000 Euro. Für jeden Autobesitzer klar nachvollziehbar: der Preisverfall beziehungsweise der Preisverlust durch Nutzung kann nie dem entsprechen. Versucht also der „Endverbraucher“ beziehungsweise Eigentümer des Fahrzeugs dieses nun, nach einem Jahr zu verkaufen, ist der Verlust aufgrund der gefahrenen Kilometer noch einmal höher. Summe der gefahrenen Kilometer beispielsweise bei 50‘000 Kilometer etwa 10‘000 Euro, bedeuten, dass der um 100‘000 Euro gekaufte Wagen plötzlich im Verkaufswert nur noch 40‘000 Euro einbringen kann, weil es ansonsten für den Käufer unattraktiv wird. Was für den Endverbraucher ein finanzielles Desaster darstellt, ist ebenfalls für Konzerne und Großunternehmen ein wesentlicher finanzieller Einschnitt.
Wie kann und soll man einen derartigen finanziellen Verlust bitte wirtschaftlich gesehen umlegen? Keine Chance. Obendrein darf man nicht vergessen, dass bei Reparaturen die Kosten etwa 75 bis 90 Prozent höher ausfallen, als bei Fahrzeugen mit Verbrennermotoren. Dieser Faktor kann einem Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht schnell den Gar ausmachen.

Der Verlust der TESLA-Aktie verdeutlicht noch einmal mehr, dass auch Anleger den Verlauf des Unternehmens klar kritisch gegenüber stehen, zumal bis Jahresbeginn der Wegfall von zwei Großkunden bekannt wurden. Dies sorgt auch bei Anlegern für Frust und verständlicherweise für Zweifel.
Und dennoch gibt es für Elon Musk jede Menge zum Lächeln, denn das Unternehmen macht nicht nur mit seinen Fahrzeugen Umsätze! Nein.

BusinessInsider schreibt dazu:
»Tesla hat im vergangenen Jahr 1,79 Milliarden US-Dollar (etwa 1,66 Milliarden Euro) mit dem Verkauf von sogenannten „Regulatory Credits“ (CO₂-Zertifikate) eingenommen. Das geht aus einem Dokument der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission hervor. Das Unternehmen erwirbt die CO₂-Zertifikate durch die Herstellung und den Verkauf von Elektrofahrzeugen. Diese kann es dann an andere Autohersteller verkaufen, die nicht genügend Elektrofahrzeuge hergestellt haben, um die von den Regulierungsbehörden in den USA, Europa und China auferlegten Emissionsvorschriften zu erfüllen. […] «
BusinessInsider
Also ein im eigentlichen Sinne schmutziges Geschäft für das so saubere E-Auto. Sollte diese Art von Geschäft nicht unterdrückt werden?
Summa summarum bleibt eins anzumerken die Preisgestaltung und Strategie, welche TESLA „gefahren“ ist, war für das Unternehmen selbst ein Schnitt ins eigene Fleisch. Anstatt die Kaufpreise anzupassen, hätte das Unternehmen an anderen Stellen intervenieren müssen, um für Kunden attraktiv zu bleiben. Ein Grundsatz der Wirtschaft war schon immer: denkt man den Preis, verdeutlicht man dem Kunden, dass etwas nicht stimmt, man gibt ihm mit unter das Gefühl von minderwertiger Ware und schlussendlich, dass an gewissen Stellen eingespart wird, was sich ohne Drumherum zu kommen auf die Qualität auswirkt.