Flugreisen noch teurer? Ja bitte.

Die letzten Jahre haben uns gezeigt, wie wichtig die Gesundheit doch eigentlich sein mag. Schaut man allerdings nach dem Sommerurlaub, so kommen in den einschlägigen Suchmaschinen primär Reisen via Flugzeug als Suchergebnis zum Vorschein. Was weder unserer Umwelt gut tut, noch unserer Gesundheit zuträgt. An dieser Stelle möchte ich auch gerne auf die wunderbare Stiftung von Dr. med. Eckart von Hirschhausen, „Gesunde Erde, gesunde Menschen“ hinweisen.

So sieht „gesunder“ Himmel aus. Blau und ohne „Kondenzstreifen“, ohne Flieger weit und breit. – (c) Hannes1991

Es scheint wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. In den „Frühbucherrabatten“, wie auch im Sektor „Lastminute“, findet man in erster Linie Urlaube, welche mit dem Flugzeug zu bewältigen sind. Ein klares Zeichen für das schwache Gehirn der etwas weiter entwickelten Primaten. Wir leben in einer Zeit des Klimawandels, wollen auf vermeintlich „umweltfreundlichere“ E-Autos umsteigen und zugleich boomen Reisen mit dem Flugzeug. Eine Ambivalenz, welche außerhalb jeder Realität steht! Einerseits das Gewissen mit einem E-Auto besänftigen, für welches viele Menschen sterben mussten und müssen, um die erforderlichen Rohstoffe zu gewinnen, zeitgleich allerdings auch ebenfalls mehr Energie aus Rohstoffen erzeugt werden muss, um die Energie zu generieren, um diese zu betreiben. Und gleichermaßen setzt man sich in einen Flieger, um die Po-Backe bräunen zu lassen. Das reinste Absurdum!

Wenn die Europäische Union seriös bleiben will, müssen Flugreisen wesentlich teurer werden und dafür Gelder der Regierung als Subventionierung in gesundheitsfördernde und klimafreundliche Projekt fließen. Einerseits handelt die EU im Bereich einer Energiewende, dennoch lässt sie Billigflieger ohne „wenn und aber“ zu. In der Zeit von Corona konnte man sehen, wie positiv sich die Umwelt in dieser Zeit entwickelt und erholt hat.

Fliegt der gleich mit Lichtgeschwindigkeit? – (c) Hannes1991

Wenn man ein wenig mehr recherchiert, wird man hinsichtlich der produzierten Schadstoffe und Treibhausgase schnell fündig mit klarem Resultat. Auf 100 Kilometer, die ein Mensch im Schnellzug (ICE, …) zurücklegt entstehen im Schnitt 3,6 Kilogramm Treibhausgase. Fährt man die selbe Strecke von einhundert Kilometern mit einem PKW sind es schon 13,9 Kilogramm pro Person. Doch beim Flug sind es im Vergleich zum Zug beinah sieben Mal so viel. Schlappe 20,9 Kilogramm Treibhausgase schlagen zu Buche.

Doch die Regierungen und insbesondere die EU billigen dies ohne Rücksicht. So habe ich mal zwei Verbindungen gesucht. Als erstes war es ein Zug versus Flug von Hamburg nach München. Beim Flug mit der Lufthansa findet man Angebote ab 87,00 Euro, Direktverbindung und eine Flugdauer von einer Stunde und fünfzehn Minuten.

Screenshot von von „Skyscanner

Legt man diese Strecke hingegen mit der Bahn zurück, so beginnen die Preise bei 145,90 Euro, mit dem ICE und einer Dauer von sechs Stunden und einunddreißig Minuten.

Screenshot von „Bahn.de

Meine zweite Suche bezog sich auf die Strecke Hamburg nach Rom (Fiumicino!!!). Per Flieger geht es bei 175,00 Euro los. Nach vier Stunden und fünfundzwanzig Minuten steht man im Stiefelland zwischen Atlantic und Adria.

Screenshot „Skyscanner

Mit dem Zug sieht es schon etwas anders aus. Hier geht es ab 295,80 Euro los für eine Reise, die achtzehn Stunden und fünfundzwanzig Minuten dauert. Hinzu kommen Umstiege, zumal man vorerst bis nach Basel (CH) fährt, umsteigt in den „Intercity Notte“ bis nach Milan und anschließend erst weiter im nächste. Zug in Richtung Rom Termini rollt.

Screenshot „Bahn.de

Ich habe ebenfalls einmal die groben Entfernungen recherchiert, um einen direkte. Vergleich der Treibhausgase zu zeigen. Für die Strecke Hamburg – Rom wäre es mit dem Zug von Hamburg nach Rom eine Distanz von 688 Kilometern, weiter nach Milan nochmals 264 Kilometer und abschließend nach Rom 477 Kilometer, was in der Summe 1‘429 Kilometer bedeutet, wenn man pro einhundert Kilometer 3,6 Kilogramm Treibhausgase produziert, dass diese Zugfahrt 51,44 Kilogramm Schadstoffe erzeugen würde. Die reine Luftlinie (ohne Schleifen zu fliegen, …) zwischen Hamburg und Rom beträgt zwar hingegen „nur“ 1309,41 Kilometer (also hundert Kilometer weniger als die zurück gelegte Strecke mit dem Zug), dafür muss man hier allerdings den Faktor 20,9 Kilogramm pro hundert Kilometer ins Spiel bringen. Was in der Summe 273,65 Kilogramm Treibhausgase bedeutet.

Der Vergleich für die Strecke Hamburg – München. Mit dem Zug beläuft sich die zurückgelegte Strecke auf 613 Kilometer, was bei dem Faktor von 3,6 Kilogramm Treibhausgase auf 100 Kilometer bedeutet, dass 22,07 Kilogramm Schafstoffe entstehen. Mit dem Flieger sind es bei einer Liftlinie von 612,36 Kilometer. Also nur unwesentlich weniger, beinahe identisch. Allerdings beläuft sich die Menge der Treibhausgase, Faktor 20,9 Kilogramm pro 100 Kilometer) auf ganze 127,98 Kilogramm!

Wer jetzt noch Argumente einbringen mag, natürlich außer dem „Zeit-Argument“, möge diese, wie auch ich in einem offenen Brief an die Europäische Union senden.

Ein Vorreiter in der EU ist für mich Frankreich, zumindest im Ansatz. Die Regierung hat im Jahr 2021 ein Gesetz verabschiedet, dass zumindest Privatflüge, die im Inland stattfinden und gleichermaßen innerhalb von zwei Stunden mit der Bahn zu bewältigen sind verboten sind. Es ist nicht die „ultima ratio“ … jedoch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung!

Quelle: „statista

NACHTRAG – heute, am 14. Februar 2014 erhielt ich auf meine schriftliche Anfrage an die Europäische Union eine Rückmeldung. Erschreckend, wie sehr man meiner Fragen aus dem Weg geht und eher mit allgemeinen Floskeln und Texten reagiert wird.

Schon klar. Nur nicht die gestellten Fragen, sondern schei

» Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Anfrage an das Europe Direct Kontaktzentrum und vielen Dank für Ihre Nachricht und für die Mitteilung Ihrer Meinung. Wir sind immer daran interessiert zu erfahren, was die Öffentlichkeit denkt. Wir haben Ihre Nachricht an die zuständigen Dienststellen der Europäischen Kommission weitergeleitet, um sie zu informieren. Als allgemeiner Informationsdienst können wir uns nicht zu Meinungen äußern. Hier finden Sie einige Informationen zu den Themen, zu denen Sie Ihre Meinung geäußert haben:

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, und Maßnahmen zu seiner Bewältigung haben für die Europäische Kommission höchste Priorität. Europa hat in den letzten Jahrzehnten hart daran gearbeitet, seine Treibhausgasemissionen erheblich zu senken und gleichzeitig andere Länder und Regionen zu ermutigen, es ihm gleichzutun.

Die EU verfügt über umfassende Klima- und Energierahmen für 2020 und 2030. Diese Rahmen zielen darauf ab, unsere Wirtschaft zu dekarbonisieren und die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Der im Dezember 2019 angekündigte Europäische Green Deal zielt auf das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ab. Er ist eine neue Wachstumsstrategie für eine nachhaltigere, sauberere, sicherere und gesündere europäische Wirtschaft.

Die Bürgerinnen und Bürger haben an vorderster Front auf die Klimakrise und die Notwendigkeit dringender Maßnahmen aufmerksam gemacht. Bei der Arbeit am Europäischen Green Deal und dem Übergang zu einer klimaneutralen EU müssen alle Teile der Gesellschaft zusammenarbeiten, um die Herausforderungen zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, damit jeder seinen Beitrag leisten kann und niemand beim Übergang zurückgelassen wird.

Das Engagement der Öffentlichkeit ist von entscheidender Bedeutung, um eine neue Klimakultur, ein neues Bewusstsein und eine neue Motivation für Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen und Bürger, Industrie, Zivilgesellschaft und Behörden auf allen Ebenen zusammenzubringen. Um dies zu erreichen, hat die Kommission die Öffentlichkeit und interessierte Stakeholder konsultiert und im Dezember 2020 einen bürgernahen Europäischen Klimapakt auf den Weg gebracht.

Weitere Informationen darüber, wie Sie sich beteiligen können, finden Sie auf unserer Klimapakt-Website: https://climate-pact.europa.eu/index_enhttps://climate-pact.europa.eu/index_en

Sie können die neuesten Entwicklungen bei den EU-Klimamaßnahmen auf unseren Konten in den sozialen Medien verfolgen:

ec.europa.eu/clima […] «

Originaltext der Antwortmail seitens der Europäischen Union an mich vom 14. Februar 2014

NACHTRAG – ENDE

Abschließend ein kleiner ironischer Kommentar. Für alle Anleger und Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Hinblick auf die Klimaerwärmung. Es scheint mir eine gute Anlage zu sein, zeitgleich in Billigflieger und zeitgleich in Kunstschnee-Maschinen zu investieren.

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