Auch Italien ist anpassungsfähig

„AREA PEDONALE“ … Fußgängerzone – (c) Hannes1991

Da sage mal einer Italien sei nicht anpassungsfähig. Folgendes Bild habe ich im Dezember im Süden von Italien nahe der Adria gemacht. Eigentlich unscheinbar. Doch relevant. Man darf nicht vergessen, dass ein Verkehrsschild in der Herstellung bei unter fünfzig Euro liegt, Sonderanfertigungen allerdings auch schnell mal mehrere hundert Euro kosten können. Natürlich auch je nach Menge. Hinzu kommt die regelmäßige Wartung und der damit verbundenen Kosten. Ein Freund, der beim Amt für Verkehrsaufsicht gearbeitet hat, hat berichtet, dass er ausgerechnet hat, dass in Deutschland die Wartung pro Schild jährlich durchschnittlich bei fünfzig bis einhundert Euro liegen würde.

Gute fünf Meter von Verkehrsschild zu Verkehrsschild – (c) Hannes1991

Ein Schild, dass die Fußgängerzone „area pedonale“ vorbei ist und etwa fünf Meter weiter ein Schild, dass die „area pedonale“ wieder beginnt. Das ist doch mal totales Anpassungsvermögen an Deutschland. Da haben deutsche Einwanderer anscheinend etwas mitgebracht, was man hier zu Lande bislang gar nicht kannte. Etwa wie die Italiener, die ab den 1950‘ern als Gastarbeiter in Deutschland die Pizza und Pasta integriert haben. Doch diese Verkehrsschilderintervalle sind fernab von gut und böse.

Allgemeines zum Straßenverkehr in Italien

Ansonsten scheint der Straßenverkehr allerdings noch ein klein wenig Spielraum hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit an Deutschland zu bieten. Wer kennt zum Beispiel aus italienischen Actionfilmen die Polizia oder Carabineri, die auf dem Motorrad ohne Helm den Bösewicht verfolgen? Erstmal denkt man „HaHaHa, lustig!“. Tatsächlich und dies ist ungelogen (Bild folgt, sobald ich es finde), gibt es im Süden Italiens immer noch viele Polizisten, primär der Polizia Locale, also eine Art Ordnungsamt, Polizisten, die auf gut motorisierten Motorrädern (meist BMW) OHNE Helm Patrouille fahren. Erkennbar nur daran, dass sie an der Seite eine mehr oder minder primitive Anhaltekelle haben. In Deutschland aus Versicherungsgründen undenkbar, in Italien Gang und Gebe.

In jedem Rot steckt auch grün. Wer sich mal nach Italien getraut hat, besonders südlich von Italien wird sich schnell und ungewollt geoutet haben. Deutsche, Schweizer und Österreicher bleiben an Ampeln gerne bei rot stehen. Klares Zeichen: DAS IST EIN TOURIST!!! Italiener sehen die Ampel tatsächlich mehr als Richtwert. Steht die Ampel auf rot bedeutet dies nicht gleich stehen bleiben, sondern eher ambivalent für ein „Achtung, es könnte ein Fahrzeug kommen“. So wie bei einem Fußgängerüberweg. Man muss nach rechts und links schauen. Kommt nichts, kann man gehen. Steht die Ampel auf grün heißt dies: „Gehör spitzen! Hört man eine Vespa… scahauen, ansonsten ist die Straße gefahrlos zu passieren“.

Einbahnstraße … fährt man in Deutschland, der Schweiz oder Österreich entgegengesetzt ist die Fahrerlaubnis weg. Mit der Vespa in Italien tägliche Realität- (c) Hannes1991

Dann gibt es da noch Einbahnstraßen. Eine tolle Erfindung, gerade dann, wenn die Straßen sehr schmal sind wie in vielen kleineren italienischen Städtchen. Diese sollte man einhalten. Nur auch hier gibt es Ausnahmen. Und zwar für Vespa-Fahrer. Diese nutzen diese auch entgegengesetzt und dies von der Polizei bereitwillig akzeptiert. Man fährt mit der Vespa dort, wo Platz ist. Entgegen des Straßenverkehr und ein schnelles, kurzfristiges Überholen rechtsseitig des eigentlichen Verkehrs ist auch eine beliebte und tägliche Praktik um schneller beim „un Café“ zu sein. Daher empfehle ich grundsätzlich: wer als Deutscher, Schweizer oder Österreicher mit dem Auto nach Italien reist: zweimal Schulterblick! Links, als auch rechts. Ebenso die Seitenspiegel gründlich nutzen und sich nie auf die „gewohnten“ Straßenregeln verlassen. In Italien herrschen andere Straßenregeln und eine andere Ordnung!

Auch die Sache „Hände ans Steuer“, von wegen Handy während des Fahren am Ohr. Italiener sind auch diesbezüglich anders gepolt. In Deutschland sagt man, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist. Das Handy ist hingegen der liebste und beste Freund des Italieners. Egal ob beim Autofahren oder auch auf der Vespa. Beim Vespa-Fahren wird das Handy ganz einfach unter den Helm geklemmt und weiter telefoniert.

Ein Verkehrsschild, welches hier in Italien zeitweise als unnütz erscheint. – (c) Hannes1991

Italien ist im Gegensatz zu Deutschland, der Schweiz und Österreich ein anderer Planet mit komplett anderen Regeln. Und dann kommt noch hinzu, dass jede Stadt wie ein anderer Kontinent ist.

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