Heute erschien ein wunderbarer und sehr empfehlenswerter Artikel im Newsportal für Südtirol „SüdtirolNews“ unter dem Titel „Pasta soll auch das Weltall erobern“ erschienen. Darin geht es kurz gefasst darum, dass am 17. Jänner eine Rakete zur Raumstation ISS starten wird. Unter den Astronauten befindet sich unter anderem ein Italiener.

Walter Villadei ist Luftwaffenoberst aus Italien. So passt es ja, dass die italienische Pasta im Gepäck ist. Weiterhin geht es in dem Artikel um die Fragwürdigkeit der italienischen Küche. Stammen Pizza und Pasta tatsächlich aus Italien?
Allerdings kommt auch ein Kritiker, der Historiker Alberto Grandi (57 – Professor an der Universität zu Parma und Buchautor), zur Sprache. Er ist großer Gegner des Begriffes „cucina italiana“ also italienische Küche oder das Label „typisch italienisch“, welches ja schon länger auch medial kritisiert wird, zu Worte. Was ich persönlich für sehr lobenswert halte. Denn man verbindet Pizza und Pasta mit Italien. Ob sie wirklich aus Italien stammen, bleibt zu bezweifeln. Auch ich sehe dies so. Man bedenke, dass sich schon vor tausenden Jahren Fladenbrote verschiedener Art in arabischen Raum als Lebensmittel zu finden lassen. Im Endeffekt ist die Pizza ein belegtes Fladenbrot. Der Begriff „Pizza“ leitet sich ebenfalls aus der arabischen Sprache an, wo man schon früh „Pita“ kannte. Auch unter Berücksichtigung, dass die heute, im wahrsten Sinne des Wortes, in aller Welt munde bekannte und herzhaft belegte Pizza auf Napoli, also Neapel, zurück zu führen ist und so auch im Jahre 2017 als „neapolitanische Kunst des Pizzabäckers“ („Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’“) in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde, der wahre Ursprung des einfaches Teigs findet sich nicht in Italien! Pasta lässt sich ebenfalls bereits in ähnlicher Form in der Historie der Asiaten finden und ist dort schon seit vielen hunderten Jahren wohlbekannt und ein wichtiger Bestand der Küche.
Hingegen gibt es viele Fischgerichte und Suppen in der italienischen Kultur finden, die nicht jedem bekannt sind. Beispielsweise die typische Minestrone. Deren Ursprung ist tatsächlich rund um Napoli / Neapel zu finden. Das Urgericht dafür stammt daher, dass die Menschen rund um den Vesuv unter bitterer Armut litten. Wenig Fisch, dafür auf Grund der Geographischen Lage viel Obst und halt Gemüse zur Verfügung hatten. Dieses wurde mit den verschiedenen Kräutern der Region versehen und als Suppe serviert. Italien ist ein Land der Kräuter zum Verfeinern von Gerichten. Der orientalische und asiatische Raum eher bekannt für‘s Würzen. Hört sich erstmal komisch an doch Rosmarin, Thymian, …, sind Kräuter und keine Gewürze.
Ich, als Koch, bin ein klein wenig stolz darauf, dass ich dank eines lieben Kontaktes die Staatsbibliothek in Rom besuchen durfte und in alten italienischen Kochbüchern stöbern durfte. Dort finden sich uralte Gerichte, die nicht alltäglich sind. Und tatsächlich, es gibt viele historische Gerichte, die sich auf Italien zurückführen lassen. Gerichte, die im Römertopf angerichtet werden. Dieser heißt übrigens so, weil die Römer schon in vergleichbaren Tongefäßen kochten. Nun kann man sagen, dass die Römer auch viel herum kamen und Gerichte importieren konnten. Allerdings sind dies ausschließlich europäische Zutaten. Hingegen bei ihren, ich formuliere es mal freundlich, „politischen Staatsbesuchen“ beispielsweise im arabischen Raum konnten die Römer leicht Gerichte importieren. Jetzt sind wird wieder an dem Punkt Fladenbrot versus Pizza.
Lange Rede, kurzer Sinn. Der Artikel „Pasta soll auch das Weltall erobern“ ist äußerst lesenswert.
Wer mag Ironie? Bei der nächsten Mission, so munkelt man, wird es einen Steinofen (Spezialanfertigung der Firma „Steinofen für‘s All“) für frische Pizza geben.