Venedig zieht mit seinem Flair täglich mehr als einhunderttausend Touristen an und das bei knapp über fünfzigtausend Einwohner der Stadt an der Adria. Doch die Stadt ist nicht nur für Touristen attraktiv. Sondern auch für Seaeagle. Also Möwen. Die Stadt Venedig hat sich kürzlich für eine neue Maßnahme entschieden, nämlich – insbesondere – Touristen darauf aufmerksam zu machen Möwen nicht zu füttern und übergebliebene Lebensmittel in besonderen Behältnissen zu entsorgen.

Möwen und Tauben gehören zu Venedig, wie der Stern zu Mercedes. Ok. Viele Touristen vergessen allerdings, dass es sich bei Möwen nicht um Haustiere handelt, sondern um Wildtiere, die ihre Nahrung an der Küste und im Meer finden sollten. Wohlwollend werden Möwen in Venedig gefüttert, jegliche Scheu vor dem Menschen wird genommen.
Früher hörte ich einmal die „Geschichte“, dass einem meiner Freunde während des Urlaubs an der Nordseeküste von einer Möwe das Eis aus der Hand geschnappt wurde. Ich dache, dass es eine Geschichte sei. Schöne Story. Doch hier in Venedig habe ich dieses Schauspiel tagtäglich gesehen. Wer am Canal Grande „un panini“ oder sein grad gekauftes „gelatti“ – also Eis – verzehren mag ist es schneller wieder los, als gedacht. Zumal die gut vierzig bis fünfzig Zentimeter großen Könige des Meeres keinen Skrupel und schon gar keine Scheu mehr haben.

Möwen, die auf Vordächern von Restaurants und Geschäften lauern und in Blitzeseile den Touristen das Eis oder Sandwich aus der Hand schnappen. Einer der Gründe dafür: den Möwen wird durch das „Anfüttern“ die Scheu vor dem Menschen genommen. Viele Touri‘s werfen bereitwillig Lebensmittel auf die Straße, um ein Bild einer Möwe so nah wie nur möglich knipsen zu können. Den Höhepunkt habe ich in Venedig erlebt, als sich eine junge Frau von einer Möwe aus der Hand fressen lies.
Erstens: es ist in Venedig nicht erlaubt, ja sogar strafbar und mit Bußgeldern ab 250 Euro aufwärts belegt, Möwen zu füttern. Zweitens: Möwen sind Wildtiere, die sich von Meerestieren (…) ernähren sollen und nicht vom Fastfood der Touri‘s. Und drittens: Fastfood, Pizza, Pasta, …, sind für Möwen schädlich!

Erschreckend ist etwas, was ich vor einiger Zeit in Santa Marinella festgestellt habe. Santa Marinella liegt etwa eine halbe Stunde von Rom entfernt. Direkt am Meer gelegen, mit einer wundervollen Küste und einem einzigartigen Strand. Was ich an zwei Tagen in Santa Marinella Feststellen durfte, ja musste, dass es am Strand kaum Möwen gibt. In Rom hingegen sind sie – wie auch in Venedig – eine Plage erheblichen Ausmaßes.
Liebe Touristen: bleibt doch einfach in Deutschland, füttert in Berlin die Wildschweine oder in Kassel die Waschbären an!
MÖWEN NICHT FÜTTERN!!!